Freitag, 22. August 2014

Beifuß (Artemisia vulgaris)- Ideenwerkstatt September

Diese Blogidee wurde von Glowing Life in's Leben gerufen, hierbei geht es monatlich um bestimmte Ideen, die jeder Blogger ohne Anmeldung und Verbindlichkeiten aufnehmen kann und diese auf der Seite verlinken kann.
Ob ich es monatliche schaffe weiß ich noch nicht aber diesen Monat möchte ich unbedingt mitmachen, den es geht um Wild- und Heilkräuter. Das ist ein Thema, dass mich sehr fasziniert und bei dem man nicht genug wissen kann.
Artemisia vulgaris, Abbildung aus 1883 Köhler Medizinal Pflanzen


Hier würde ich gerne über den Beifuß, Artemisia Vulgaris, schreiben. Wie der Lateinische Name schon sagt wurde er in enger Verbindung mit der Göttin Artemis gebracht, diese als Göttin der freien Frauen gab, der Legende nach auch der Pflanze, die zur Familie der Wehrmutpflanzen gehört, ihre Heilkräfte.
Doch bevor ich näher auf diese eingehen möchte, möchte ich zum besser Verständnis über die Göttin Artemis schreiben.

Antike Büste der Artemis: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AHead_of_Artemis_(5042723102).jpgn

Die griechische Göttin Artemis( könnte das römische Äquivalent der Göttin Diana sein) gilt als die Herrin des Waldes, der Jagd und Beschützerin der Frauen und Kinder, sowie Schirmherrin der Hebammen und Gebärenden.

Ihre Eltern sind Zeus und Leto.
Zeus ist der Sohn von Chronus und seiner Schwester Rhea, beide aus dem Titanen- Geschlecht, (d.h. Vorolympische Götter), seine Großeltern waren die ersten göttlichen Wesen, Uranus, der Himmel und Gaia, die Erde. Vor den Beiden war nach der Erzählung "Theogonie" von Hesiod, nur das Chaos. (Wozu doch ein nicht abgeschlossenes Geschichts- und Philosophiestudium alles gut ist, nicht wahr?)
Leto war die Tochter der Titanen Koios und Phoibe, deren Eltern wiederrum Chronus und Rhea waren, was Leto somit zu irgendeiner Art von Cousine von Zeus machte.

So, nun wie wir alle, den geilen alten Sack Zeus kennen, reichte ihm nicht eine normale Verführung aller "Hey, Baby..." als er um Leto geworben hatte, nein es musste ja gleich etwas besonderes sein und so verwandelte er sich in einen Schwan. Leto war nicht abgeneigt und so kam was kommen musste.
1925 Wegener Les Delassements dEros
Sie wurde von ihm schwanger, aber anstatt normal zu gebären, legte sie zwei Eier. Dabei soll sie volle ganze neun Tage in den Wehen gelegen haben. (Kein Wunder wenn man zwei Eier aus sich rauspressen muss, grusselige Vorstellung *brr*)
 Natürlich erfuhr Hera davon und wollte Leto noch vor der Niederkunft töten und erschuff zu diesem Zweck den ersten Drachen namens Python. Aber es gelang ihr nicht und so schlüpften aus den Eiern, voll erwachsen, Artemis und ihr  Zwillingsbruder Apollon, der Gott der Weissagung und der Heilkunst. Als erste Tat erschlug Apollon nun den Drachen, was ihn in gewisser Hinsicht zu einem St. Georg der Antike machte.

Artemis hingegen, scharte eine Horde Nymphen um sich und ging in die Wälder. Was ihr auch den weiteren Aspekt der Fluss- und Quellgöttin, sowie der Göttin des Tanzes und des Gesangs einbrachte. Der Saga nach konnte sie sich in einen Hirschen, einen Eber und in einen Bären verwandeln. Sie besaß einen goldenen Pfeil (als Symbol für die Sonnenstrahlen) und einen silbernen Bogen (als Symbol für die Mondsichel) die ihr die Kylophen, auch heutzutage umgangsprachlich Zyklopen genannt, einst geschenkt hatten. Mit diesen Pfeil und Bogen brachte sie Krankheiten über die Sterblichen, in dem sie auf sie schoss, was ihr den Ruf einer ungnädigen und gefürchteten Göttin einbrachte.
Vorallem soll sie es besonders auf Männer abgesehen haben, da sie diese als die Verursacher des Geburtschmerzen bei den Frauen ansah. Sie verlangte deshalb von ihren Nymphen jungfräulich zu bleiben, wurde eine Nymphe gegenüber dem männlichen Geschlecht schwach, war ihr der Zorn der Artemis sicher.
1896 Hylas und die Nymphen, John Waterhouse

Die Bestrafung war gewiss sehr...unbarmherzig, denn nach einer Sage vergewaltigte Zeus die Lieblingsnymphe von Artemis, Kallisto. Artemis fand das heraus und verwandelte diese in eine Bärin, die bis an ihr Lebensende, gejagt von Artemis Hunden und dieser selbst, in den Wäldern umher streifen musste.


ca. 1556 Kallisto und Diana, Tizian

Artemis wurde deshalb auch als Göttin der Schamanen angesehen, diese ja bekanntlich sich nach belieben in Bären und wieder zurück in Menschen verwandeln konnten, angeblich habe Artemis ihnen diese Fähigkeit verliehen.

Wenn man nun den mythologischen Hintergrund kennt, kann man sich nun viel besser mit den Artemis-pflanzen, den Wehrmutpflanzen ausseinander setzen, was uns wieder zurück zum eigentlichen Thema dem Beifuß bringt.

Der Beifuß gilt als DAS Schamanenkraut schlecht hin, so wurde durch das Verbrennen und Einatmen des Rauches des Krautes, dem Schamanen das Eintretten in die Trance und damit die Verwandlung in einen Bären erleichtert. Als Schutz und Abwehrmaßnahme wird es heute noch gerne zum Räuchern verwendet, von der angeblichen Stärke und Kraft des Beifußes steht es an selbiger Stelle wie der berühmte "White Saige" (weißer Salbei). Nur wurde dieser von den Ureinwohnern Amerikas verwendet, wohingegen der Beifuß das keltische Äquivalent darstellt.

In der nicht so ganz so weiten Vergangenheit, zu Zeiten der "Engelmacher", wurde Beifuß als Methode der Geburtenkontrolle verwendet, er war quasi die damalige Pille danach. Wollte eine Frau nicht schwanger werden, verwendete sie kurz nach dem Geschlechtsverkehr einen Aufguss oder Auszug (genaues ist nicht bekannt) um einen Abgang zu provozieren. Auch heute noch wird schwangeren Frauen davon abgeraten, Wermut oder Beifuß in irgendeiner Form zu konsumieren, man geht davon aus, das die darin enthaltenden Bitterstoffe wehenfördernd sind.
Diesen Effekt sollen früher auch Hebammen genutzt haben, wenn eine Frau schon weit über den Geburtstermin war  um die Geburt einzuleiten.

Für Frauen die nicht schwanger sind und nicht verhüten wollen, solle sich der Beifuß als Tee hervorragend gegen PMS-beschwerden und Gebärmutterkrämpfen bewährt haben. Im Selbstversuch kann ich nur sagen, dass er mir etwas geholfen hat, aber Aufgrund der Bitterkeit ist der Tee gewöhnungsbedürftig. Wehrmut (Artemisis absintihum) solle übrigens besser helfen, was meiner Erfahrung nach auch stimmt, allerdings kann man dieses Gesöff, nicht unverdünnt zu sich nehmen, das es nichts an Bitterkeit übertrumpft was ich je zu mir genommen habe. Laut Rätsch "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen" enthalten die ätherischen Öle des Wehrmut auch den Wirkstoff Thujone, der ähnlich wie Marihuana wirken soll.  Und ganz ehrlich wer es schafft soviel von dem Zeug zu sich zunehmen das er high wird und das ohne es wieder von sich zu geben, hat den Rausch verdient.


In der normalen Küche wird Beifuß gerne zur Zubereitung von Gänsebraten verwendet. Beifuß soll besonders dem Verdauungstrakt bei fettigen Mahlzeiten unterstützen. Diese Information erhielt ich als ich in einem Kräuterfeinkostgeschäft einkaufen wollte. Beifuß, sei nach Aussage der Verkäuferin  jedoch nur vorrätig zur Weihnachtszeit, in den restlichen Tagen sei keine Nachfrage vorhanden.
Inzwischen war das aber nicht mehr nötig da ich ihn sowohl an Straßenrändern als auch auf Wiesen und an Ufern entdeckt hatte und ihn hauptsächlich fürs Räuchern verwende

Früher kannte ich den Beifuß nur als Küchenkraut, das ich gerne in meine Tomatensoße tat, er machte die Soße immer etwas fruchtiger und frischer. Genaueres erfuhr ich erst als ich meine Erste von Vielen Kräuterführungen mit machte und daher stammen auch hauptsächlich die Informationen zu dem Kraut.
Wer näheres darüber wissen will:
Kräuterführung

Oder hier wird ein magischer Artemis- Talisman gebastelt:
Schild der Artemis
wer möchte kann ja noch Beifuß hinzufügen ;)


Eure Weide


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