Samstag, 16. August 2014

"Doch sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund..."

Gerade komme ich von einem Spaziergang zurück. Auf halber Strecke überraschte mich ein Platzregen,  ich lief in eine nahe gelegene Kirche um dort Schutz vor der Nässe zu suchen. Es war ein weiterer Mann da,  anscheindend tief versenkt, so das er mich gar nicht bemerkte. Ganz leise, um ihn nicht zu stören, setzte ich mich in eine Bank, neben mir lag das Gotteslob. Seit Jahren habe ich keines mehr in die Hand genommen und so dachte ich mir, warum nicht einen Blick hineinwerfen.
Neben den ganzen Liedern, Psalmen und Gebeten, fiel mir auf, dass ganz oft das Wort "Lob" dort stand. So so dachte ich mir Gott wird ständig gelobt und muss gar nichts dafür tun und wir Menschen müssen uns als das Lob unserer Mitmenschen verdienen. Wir müssen immer Leistungbereit sein, hart ackern und was bekommen wir dafür, oft genug harte Worte und Kritik. Warum wird Gott nicht kritisiert, warum gibt es im Gotteslob nicht ein Kapitel mit der Überschrift, Feedback oder Konstruktive Kritik an Gott?
Fangen wir doch mit nur einem Beispiel an, das Glaubensbekenntnis: "Doch sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund..." Gehen den alle davon aus das wir Seelenkrank sind, Gefühlskrüppel?! Was bitte soll mit unserer Seele nicht stimmen?! Unser einziger göttlicher Funke und unsere Verbindung zu einem höherem spirituellen Wesen?!
Aber halt, Weide, das Gotteslob ist nicht von Gott gemacht sondern von Menschen. Eigentlich müsste ich hier die Menschen die dies geschrieben und erdacht haben kritisieren...
Ich legte das Buch weg. Schaute zum Kreuz und dachte mir das ich Menschen nicht verstehe, erst gestern in den Nachrichten sah ich einen Mann, tief gebeutelt vor Trauer und seelischem Schmerz, seine fünf Enkelkinder starben Tagszuvor bei einem Bombenangriff, wegen eines Glaubenskrieges im westlichen Jordanland.  Er fragte immer wieder in die Kamera, was diese Kinder mit diesen Krieg zu tun gehabt hätten...
Ich könnte mich hier darüber auslassen, wieder Kritik üben, was alles falsch hier in dieser Welt läuft, doch stattdessen aß ich in dieser Kirche und dachte nur ich verstehe die Menschen nicht, ich verstehe den Gott der so gelobt wird nicht.
In meinem Inneren hatte ich nicht wie sonst wenn ich an spirituelle Orte, fast jeder Glaubensgemeinschaft, das Gefühl das meine Seele sind, das in mir etwas zum klingen gebracht wird. Inzwischen war der Mann der gebettet hatte gegangen, der Regen hatte aufgehört. Leise betrachtete ich noch die Kirchenkunst und nahm dann den anderen Seitenausgang und nicht den in dem ich hinein gekommen bin. Plötzlich sang meine Seele, in mir klingelte es, obwohl ich die Menschen und Gott nicht verstand wusste ich gerade in diesem Moment, das genau ich und jeder einzelne von uns einen Unterschied machen konnte. In kleinen Handlungen in dem wir uns für die Liebe und für den Frieden entschieden. Was der Auslöser war für die Hoffnung, für das klingen des göttlichen Funken in mir war fragt ihr vielleicht nun? Es war ein Bild der Madonna als Himmelskönigin, bekleidet in einem blauen Mantel von Sternen übersät, stehend auf der Halbmondsichel, das Abbild der Göttin in einen ihrer vielen Formen. Und obwohl ich gerade kein Kleingeld hatte, nahm ich eine Kerze und zündete sie für all jene an die gerade Licht in ihrer finsteren Welt brauchen konnten. Meine Seele sang und war gesund, denn ich wusste diese kleine Handlung macht den Unterschied.
"Kind en Kaars". Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kind_en_Kaars.jpg#mediaviewer/File:Kind_en_Kaars.jpg

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